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Dr. Robert Peters verstorben

Die Augustin Wibbelt-Gesellschaft trauert um ihren Ehrenvorsitzenden Dr. Robert Peters M.A., der am 20. September im Alter von 78 Jahren in Burgsteinfurt verstarb. Peters, fast dreißig Jahre lang Vorsitzender der Wibbelt-Gesellschaft, war seit ihrer Gründung im Jahr 1983 Vorstandsmitglied und wurde 2021 zum Ehrenvorsitzender ernannt, nachdem er aus gesundheitlichen Gründen aus dem Vorstand ausscheiden musste. Er hat die Wibbelt-Gesellschaft in sehr hohem Maß mit Stringenz und durch Weitsicht geprägt.

Robert Peters wurde am 22. Januar 1944 in Lipperode, heute ein Stadtteil von Lippstadt, geboren. Nach seinem Studium der Germanistik in Mainz und Münster war er von 1973 bis 2009 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster tätig, zuletzt als Akademischer Oberrat des Instituts für Deutsche Philologie I, Niederdeutsche Abteilung. Seine „philologische Akribie“ prädestinierte ihn als Leiter verschiedener Forschungsunternehmen. Den 2017 erschienenen und von ihm initiierten dreibändigen „Atlas spätmittelalterlicher Schreibsprachen des niederdeutschen Altlandes und angrenzender Gebiete“ mit mehr als 1.500 Seiten darf man wohl als Lebenswerk bezeichnen. Zahlreiche weitere Publikationen spiegeln sein wissenschaftliches Interesse, von dem auch zwei umfangreiche Bände mit einer Auswahl seiner Schriften zeugen. Zum 60. Geburtstag widmeten ihm Kollegen und Schüler eine Festschrift.

Peters, der selbst Mundartsprecher war, gelang es, die niederdeutsche Literatur und Sprache Westfalens immer wieder erfolgreich in die Öffentlichkeit zu tragen, ohne dabei wissenschaftliche Ansprüche hintanzustellen. Die Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten auch für Laien war ihm ein großes Anliegen. Mit ihm starb einer der besten Kenner der niederdeutschen Sprache und Literatur Westfalens.

 

Neues von der Wibbelt-Gesellschaft im Winterhalbjahr 2022/2023

Im September jährt sich Augustin Wibbelts Geburtstag zum 160. Mal (am 19.9.), sein Todestag am 14. September zum 75. Mal. Aus diesem Anlass hatte die Wibbelt-Gesellschaft schon im Frühjahr ihre Jahrestagung in Vorhelm, Wibbelts Heimat, abgehalten. Nach der langen pandemiebedingten Unterbrechung ist die Freude nun umso größer, Wibbelt endlich wieder auch öffentlich in den Blick zu nehmen.

Die Augustin Wibbelt-Gesellschaft lädt ab Oktober wieder zu den Plattdeutschen Leseabenden ein. Sie finden von Oktober 2022 bis März 2023 jeweils am ersten Donnerstag des Monats in der Bibliothek der Tibus Residenz statt und werden moderiert von Heinz Lenkenhoff, den viele auch vom Freilichtmuseum Mühlenhof kennen. Das Besondere an den Abenden: Wer möchte, darf selbst vorlesen. In dieser Saison ist das in erster Linie Wibbelts Erzählung „De Iärfschopp“ („Die Erbschaft“). Die Texte werden als Kopien unentgeltlich zur Verfügung gestellt. „De Iärfschopp“ kann aber auch als Buch zu einem Sonderpreis erworben werden. Die Termine sind: 6. Oktober 2022, 3. November 2022, 11. Dezember 2022, 5. Januar 2023, 2. Februar 2023, 2. März 2023 (jeweils 19:30 Uhr bis 21 Uhr). Der Eintritt ist frei.

Die Augustin Wibbelt-Gesellschaft ist Mitveranstalter einer Matinee zu Ehren der kürzlich verstorbenen Dichterin Ottilie Baranowski, die Ehrenmitglied der Wibbelt-Gesellschaft war. Am Sonntag, dem 6. November, stehen um 11 Uhr „Otti“, wie Ottilie Baranowski liebevoll genannt wurde, und ihr Werk im Mühlenhof-Freilichtmuseum im Mittelpunkt des Gedenkens.

Auch der traditionelle plattdeutsche Jahresausklang „Tüschken de Jaohre“ kann wieder stattfinden, und zwar am Donnerstag, dem 29. Dezember. Ab 19 Uhr werden im großen Veranstaltungssaal der Tibus Residenz teils besinnliche, teils unterhaltsame Wort- und Musikbeiträge in plattdeutscher Sprache zu hören sein. Der Abend wird von Heinz Lenkenhoff moderiert. Neben Autoren und Künstlern, die sich mit der plattdeutschen Sprache auseinandersetzen, wird auch das Publikum zum Zuge kommen und selbst singen dürfen. Nicht nur Mitglieder der Wibbelt-Gesellschaft, sondern alle am Plattdeutschen Interessierte sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

 

Ehrenmitglied Ottilie Baranowski verstorben

Die Augustin Wibbelt-Gesellschaft e.V. trauert um ihr Ehrenmitglied Ottilie Baranowski (* 6. November 1925 † 4. Juli 2022). Ottilie Baranowski war von 1984 bis 1997 Geschäftsführerin der Augustin Wibbelt-Gesellschaft. Ihr unermüdlicher Einsatz trug dazu bei, dass sich die AWG in dieser Zeit als anerkannte literarische Gesellschaft etablieren konnte. Besonders ihr schriftstellerisches Schaffen hatte sie in der niederdeutschen Szene Westfalens und darüber hinaus bekannt gemacht und trug ihr, wie auch ihr weiteres Engagement für das Kulturleben, verschiedene Auszeichnungen ein. Wir werden Ottilie Baranowski ein ehrendes Andenken bewahren.

Im Namen des Vorstands der Augustin Wibbelt-Gesellschaft: Dr. Claudia Maria Korsmeier

 

Neue Werkschau Wibbelts auf dieser Website

Unsere Website bietet nun eine ganz besondere Werkschau, die Sie über die Ordner „Augustin Wibbelt“ und „Zum Werk“ aufrufen können. Hier finden Sie Informationen zu den plattdeutschen und hochdeutschen Werken Wibbelts. Die Werkschau hat Dr. Robert Damme, Stellvertretender Vorsitzender der Wibbelt-Gesellschaft, programmiert.