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Ab 1. Oktober wieder Plattdeutsche Leseabende: Moderator ist nun Bernd Artmann

Der Sommer geht zuende, die Saison der Plattdeutschen Leseabende beginnt. Der erste Plattdeutsche Leseabend der Augustin Wibbelt-Gesellschaft findet am Donnerstag, dem 1. Oktober, von 19:30 Uhr bis 21 Uhr in der Bibliothek der Augustinum Seniorenresidenz am Tibusplatz (dem „Tibus“) statt. Lektüre ist Augustin Wibbelts Erzählung „Dat veerte Gebott“. An sechs Abenden bis März 2027 wird dieser Band in Auszügen gelesen. Das Besondere an den Leseabenden: Wer möchte, darf selbst vorlesen. Texte werden als Kopien unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Ab dieser neuen Saison werden die Plattdeutschen Leseabende von Bernd Artmann moderiert. Der langjährige bisherige Moderator Heinz Lenkenhoff scheidet aus Alters- und Gesundheitsgründen auf eigenen Wunsch hin aus. Bernd Artmann ist 75 Jahre alt und seit 1988 Mitglied der Niederdeutschen Bühne am Theater Münster e.V. Schon 1970 stand er als „Native Speaker“ des Plattdeutschen auf den Brettern der Freilichtbühne Billerbeck. Auch in der neuen Produktion der Niederdeutschen Bühne („Klara up Besöök“) wirkt er als Schauspieler mit.

Der Eintritt ist frei.

Die weiteren Termine: 5. November 2026, 3. Dezember 2026, 7. Januar 2027, 4. Februar 2027, 4. März 2027.

Zum Inhalt des Buchs „Dat veerte Gebott“, das 1912 zuerst erschien: Der alte Bauer Schulte Hellkamp macht es seiner Umgebung, besonders seinem Sohn und der Schwiegertochter, nicht leicht. Wie ist da mit dem vierten Gebot, dass man seine Eltern ehren solle, umzugehen? Zusätzliche Unruhe bringt der „Studiosus“ Niggekamp ins Dorf, der hier seine Studien über Hoch- und Plattdeutsch vorantreiben will. Alles in allem eine typisch Wibbeltsche Mischung aus Komödie und Drama und Garantie für humorvolle Unterhaltung, ohne dass der Ernst des Lebens in den Hintergrund tritt.

Weitere Veranstaltungen 2026

Am Ende des Jahres laden wir wieder zum Plattdeutschen Jahresausklang „Tüschken de Jaohre“ ein, nämlich am Dienstag, dem 29. Dezember 2026, um 19 Uhr (Veranstaltungssaal der Augustinum Seniorenresidenz am Tibusplatz in Münster; ehemals DKV-Residenz). Die Moderation hat dankenswerterweise wieder Kathrin Henschel von der Niederdeutschen Bühne übernommen. An diesem Abend feiern wir auch unser Ehrenmitglied Hannes Demming, der im Mai sein neunzigstes Lebensjahr vollendet hat.

NEU: Jahrbücher jetzt digital!

Alle bisher erschienenen Jahrbücher der Augustin Wibbelt-Gesellschaft sind nun auf dieser unserer Website digital einzusehen und/oder herunterzuladen. Sie finden sie unter folgendem Link: augustinwibbelt.de/publikationen/jahrbuecher/ Oder stöbern Sie auf der Seite Publikationen: Im Bereich „Jahrbuch der Augustin Wibbelt-Gesellschaft“ werden Sie durch einen Klick auf „Beiträge“ (orange unterlegt) zu den Digitalisaten weitergeleitet. Die Digitalisierung wurde gefördert durch die Sparkasse Münsterland-Ost.

Jahrestagung 2026

Die Jahrestagung fand in diesem Jahr am 4. Juli in Nottuln statt (eigener Bericht):

Hartmut Rulle, stellvertretender Bürgermeister Nottulns, sprach ein Grußwort, in dem er der Wibbelt-Gesellschaft bescheinigte, mit ihrem Einsatz für das Niederdeutsche einen „Beitrag gegen das Vergessen“ zu leisten. Der regulären Mitgliederversammlung folgte ein öffentlicher Vortrag von Dr. Robert Damme über „Nottuln und Niederdeutsch“. Damme, der sich sein ganzes Berufsleben mit westfälischen Mundarten beschäftigt hat, lebt seit 33 Jahren in Nottuln. Dort ist er im öffentlichen Raum auf zahlreiche Texte in niederdeutscher Sprache gestoßen, zum Beispiel in Straßennamen, die an alte Flur- und Siedlungsnamen erinnern, auf Plakaten mit Werbung für landwirtschaftliche Produkte, auf Bänken und vor allem in Inschriften an der Außenmauer der Stiftskirche. In seinem Vortrag band er diese Texte in eine Sprachgeschichte des Niederdeutschen ein. In jüngerer Zeit spiegele sich der Rückgang des Plattdeutschen als Muttersprache auch im Wandel vom Kommunikationsmittel zum Kulturgut. Der Pflege dieses Kulturguts komme in besonderem Maße die Plattdeutsche Laienspielschar mit ihrem 2024 eröffneten Plattdeutschen Weg nach. An den zwölf Stationen werde Plattdeutsches aus dem Münsterland sichtbar, hörbar und verstehbar gemacht, auch zwei Texte von Augustin Wibbelt.

Am Nachmittag folgte für die Mitglieder der Augustin Wibbelt-Gesellschaft noch eine anderthalbstündige Ortsführung in plattdeutscher Sprache, die Hans-Peter Boer, herausragender Kenner der Geschichte seines Heimatortes, in gleichermaßen unterhaltsamer wie gelehrter Weise leitete. Dadurch ergab sich die Möglichkeit, den Vortrag Dammes mit der Führung Boers inhaltlich zu verbinden.

Postkarte

Auf das Engagement der Augustin Wibbelt-Gesellschaft machen wir jetzt auch mit einer Werbepostkarte aufmerksam.

Nachdruck von Wibbelts Erzählung „De Strunz“

Jahrelang war der Band vergriffen – ab sofort können Sie „De Strunz“ als Nachdruck wieder erwerben. Mitglieder erhalten das Buch zum Vorzugspreis von 20 €.